Was leisten Mikronährstoffe bei Trockenheit?

Zuckerrüben

Selbst bei ausreichenden Winterniederschlägen und Standorten mit großem Wasserspeichervermögen verfehlt die Zuckerrübe bei extremer Trockenheit ihr sonst sehr hohes Ertragspotenzial. Einzelne acker- und pflanzenbauliche Maßnahmen können dennoch die Ertrags- und Zuckerbildung unterstützen. Ein gezielter, dem Standort und der Witterung angepasster Mikronährstoff-Einsatz gehört dazu. Die in einem zweijährigen Feldversuch geprüften Mikronährstoff-Gaben sowohl über den Boden als auch über das Blatt beeinflussten die Ertrags- und Zuckerbildung auch bei Trockenstress positiv. Bei dem geprüften Mikronährstoff-Bodendünger vom Typ Excello liegen die Mikronährstoffe als Metalllegierungen vor und bleiben selbst bei geringer Bodenfeuchte lang anhaltend im Boden verfügbar.

Schwankende Wasserversorgung

Die beiden letzten Zuckerrüben-Jahre können unterschiedlicher nicht sein. Vor allem in Nordost- und Mitteldeutschland belasteten 2018 bereits ab April hohe Temperaturen verbunden mit regional lang anhaltend extremer Trockenheit bis in den September das Rübenwachstum. Der folgende Artikel beschreibt die Rolle von Mikronährstoff-Düngern bei solchen Extremen.

Mikronährstoffe schon in der Jugendphase wichtig

Insbesondere bei einer jährlich notwendigen schlagbezogenen Düngung mit Makro- und auch Mikronährstoffen stellt sich die Frage nach der Wirkung und Verfügbarkeit einer Mikronährstoff-Düngung bei Trockenheit. Zwischen den Klimafaktoren Boden, Wasser, Wärme, Licht und den einzelnen Mikronährstoffen bestehen enge Wechselwirkungen, die das Wachstum und die Ertragsbildung der Zuckerrüben stark beeinflussen. Vor allem in der Jugendwicklung profitieren Zuckerrüben von Mikronährstoffen. Wesentlich ist nur der pflanzenverfügbare Teil der Mikronährstoffe, dessen Mobilität vor allem durch den pH-Wert und die Wasserversorgung bestimmt wird. Die Rüben sind besonders bei Trockenstress, wie 2018, in Mieten besser lagerfähig und in der Fabrik leichter verarbeitbar. Grundsätzlich verstärken aber Trockenphasen und lockere Böden die oxidative Festlegung von Mangan. Die langjährig gefallenen Niederschläge im April und Mai sind grundsätzlich sowohl für den Rübenaufgang als auch für eine sichere Verfügbarkeit und Wirkung der Mikronährstoffe als Bodengabe ausreichend. Beste Wachstumsbedingungen für Zuckerrüben und die Verfügbarkeit von Mikronährstoffen bietet ein pH-Wert um den Neutralpunkt, der auf den leichteren Böden auch noch im schwach sauren Bereich liegen kann. Die Boden-Düngung sichert während des gesamten Wachstums und der Ertragsbildung eine solide Mikronährstoff-Versorgung und garantiert in den höheren Aufwandmengen eine nachhaltige Mikronährstoff-Düngung in der Fruchtfolge. Die empfohlene Mikronährstoff-Düngung orientiert sich bei einem mittleren Rübenertrag um 70 t/ha an langjährig bekannten Entzugswerten. Liegt das Ertragspotenzial wesentlich darüber, wird eine gezielte, dem hohen Ertrag angepasste Mikronährstoff-Zufuhr um 10 % bis 20 % über dem Entzug empfohlen. Mangelsymptome bei Trockenheit richtig ansprechen. Die Rübenbestände müssen gerade bei Hitze und Trockenheit sorgfältig kontrolliert werden, um Verwechslungen mit Schädlingen (Rübenmotte etc.), Krankheiten (Mehltau etc.) und abiotischen Schäden zu vermeiden. Vorrangig stellt sich die Frage, ob selbst bei Trockenheit und unbefriedigender Ertragsentwicklung der Einsatz von Mikronährstoffen noch sinnvoll ist. Gleichzeitig werden Antworten erwartet, ob eine Mikronährstoff-Gabe über den Boden oder über das Blatt am effektivsten ist. ln einem Feldversuch 2017 und 2018 wurde auf einem Zuckerrüben-Schlag die Wirkung von Mikronährstoff-Gaben als Boden- und Blattdünger auf Ertrag und Qualität geprüft. Für alle Mikronährstoffe lag eine hohe bis sehr hohe Versorgung in der Bodenschicht von 0 bis 50 cm und auch in der Tiefe von 50 bis 60 cm vor. Es folgte ein schwül-warmer, trockener Juni und weiter Hitze und Trockenheit im Juli bis in den September. Die hohen Temperaturen und das starke Wasserdefizit führten zu Blattrückbildung, Blattwelke und Dürreschäden.

Vergleiche mit/ohne Mikronährstoffe

ln beiden Versuchsjahren wurde auf Basis von 70 kg N/ha ein Vergleich ohne Mikronährstoff-Gabe und fünf Vergleiche mit Mikronährstoffen durch eine Blatt- und/ oder Boden-Düngung untersucht. 2018 schränkten die zu hohen Temperaturen in den Sommermonaten die Transpiration und die lang anhaltende extreme Trockenheit die Leistungsfähigkeit der Rüben stark ein. Ab Juli waren in allen Varianten starke Trockenschäden erkennbar. Hervorzuheben sind bei allen Mikronährstoff-Varianten, bis auf eine Ausnahme, verringerte Amino-N-Gehalte und eine generelle Steigerung des Bereinigten Zuckerertrags. Zuckerrüben überstehen regionale Trockenheit und zeitweisen Wassermangel recht gut, reagieren aber darauf mit niedrigen Erträgen, steigenden Zuckergehalten und bei Wassermangel vor der Ernte mit schlechter Haltbarkeit der Rüben. Mit Sicherheit ist das auf die intensive Sonnenintensität/ -einstrahlung, der Trockenheit und dem damit verbundenen Wachstumsstillstand der Rüben zurückzuführen. Auch die generell positive Wirkung der Mikronährstoffe als Boden- und auch als Blattgabe war besonders 2018 bei dem extrem warmen trockenen Wetter so nicht zu erwarten. Die Zuckerrüben nehmen bis Ende Juli den größten Teil der für den Endertrag erforderlichen Mikronährstoffe auf. Danach ist eine Nährstoffaufnahme bis zur Ernte ohnehin eingeschränkt, was sich durch zunehmende Trockenheit noch verstärken kann. Generell muss immer darauf geachtet werden, dass die Zuführung und damit Bereitstellung von Mikronährstoffen durch die Düngung auch unter schwierigen trockenen Bedingungen gesichert bleibt.

Bor-Aufnahme bei Trockenheit eingeschränkt

Das gilt besonders in trockenen Jahren, wenn aus dem B-Vorrat im Boden die Aufnahme blockiert ist. Wichtige Gründe für eine Mikronährstoff-Boden-Düngung auch bei Trockenheit sind: Ein Anwalzen nach der Aussaat bei Trockenheit und Verkrustung mindern Austrocknung und Verdunstung. Produkte wie das in beiden Versuchsjahren eingesetzte Folicin-Bor plus flüssig mit einem hohen Boranteil, leicht löslichem Stickstoff und weiteren sich ergänzenden Mikronährstoffen erbrachten unten dem trockenen Sommer 2018 einen messbaren Ertrags- und Zuckervorteil. Mikronährstoffe ergänzen sich wechselseitig und steuern eine Vielzahl aktiver Prozesse des Pflanzenwachstums und der Ertragsbildung. Ergänzungen mit Mangan und weiteren Mikronährstoffen sind problemlos möglich und sollten standortspezifisch eingesetzt werden. Der mehrmalige Einsatz ist besonders unter trockenen Bedingungen wichtig, da die Pflanzen immer nur geringe Mengen an Mikronährstoffen aufnehmen und für den Stoffwechsel nutzen können. Um die Blattaufnahme und die Wirkung auch bei Hitze, Sonneneinstrahlung und Trockenheit weitgehend zu sichern, ist die Ausbringung den Wetterextremen anzupassen. Folgende Hinweise begünstigen die Wirkung von Blattdünger bei Trockenheit: Manganmangel kann besonders auf Sandböden und plötzlich einsetzender Trockenheit hohe Gaben bis 1200 g/ha erforderlich machen.